Tarifbewegung 2008

Wichtige Tarifabschlüsse im Überblick:

Abschluss amBrancheBelastung
in %
(12 Monate)
langfristiger
Tarifsockel in %
(12 Monate)
Laufzeit in Monaten
12.11.Metall-/Elektroindustrie3,3***2,818
25.09.Postbank2,73,028
09.09.Postbank (Vertrieb)2,83,028
01.08.Lufthansa4,64,219
10.07.Einzelhandel **1,71,524
05.06.Genossenschaftsbanken
ab 09/2008
Gesamtabschluss

2,6
2,1

2,6
2,2

23
50
08.05.Papier/Kunststoff3,33,325
30.04.Deutsche Post2,63,226
16.04.Chemische Industrie4,13,725
31.03.Öffentlicher Dienst4,64,024
11.03.Textil/Bekleidung3,43,612
09.03.Deutsche Bahn
(Lokführer)
5,26,919
20.02.Stahlindustrie *4,64,5

14


*    Nordwestdeutschland
**   Baden-Württemberg
*** Belastung bei Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger Lage per Betriebsvereinbarung bis auf 2,5 %
      absenkbar.

Die Abschlüsse im Einzelnen:


Metall- und Elektroindustrie
Die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie haben sich am 12. November 2008 auf einen Pilotabschluss für das Tarifgebiet Baden-Württemberg (rund 815.000 Beschäftigte) geeinigt, der für alle Tarifgebiete (insgesamt 3,6 Millionen Beschäftigte) übernommen werden soll:

  • Laufzeit: 18 Monate (01.11.2008 bis 30. 04.2010),
  • 3 Leermonate bei einer Einmalzahlung von 510 Euro,
  • Anhebung der Tarifentgelte ab Februar 2009 um 2,1 Prozent und ab Mai 2009 um weitere 2,1 Prozent,
  • die zweite Stufe kann von den Betriebsparteien für maximal 7 Monate ausgesetzt werden, tritt also spätestens im Dezember 2009 in Kraft,
  • Zweite Einmalzahlung über 122 Euro im September 2009, die jedoch per Betriebsvereinbarung gekürzt oder ganz gestrichen werden kann,
  • Dritte Einmalzahlung von 1,6 % (vier Mal 0,4 %) in den ersten vier Monaten des Jahres 2010 (zur Finanzierung der Altersteilzeit, keine direkte Auszahlung an die Beschäftigten).

Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 3,3 Prozent. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich auf 12-Monats-Basis um 2,8 Prozent. Für Unternehmen, die von den Öffnungsklauseln in vollem Umfang Gebrauch machen, verringert sich die Belastung innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - auf 2,5 %. Für das Kalenderjahr 2009 hat der Arbeitgeberverband Gesamtmetall eine Belastung gegenüber dem Vorjahr errechnet, die maximal 2,9 % und mindestens 1,4 % beträgt.


Postbank
Am 25. September 2008 haben sich die Tarifparteien auf einen Abschluss für die rund 4.000 Beschäftigten (ohne Beamte) der Deutschen Postbank AG, der PB Firmenkunden AG und Teile der Betriebs-Center für Banken AG geeinigt:

  • Laufzeit: 28 Monate (01.09.2008 bis 31.12.2010)
  • 4 Leermonate
  • Anhebung der Tarifentgelte ab Januar 2009 um 4,0 Prozent und ab Februar 2010 um weitere 3,0 Prozent.
  • Regelung zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen um zwei Jahre bis Ende Dezember 2012   verlängert.
  • Anspruch auf jährliche Einzahlung in einen Vermögensbildungs-Fonds (so genannter Vermögensbaustein)
  • entfällt für Arbeitnehmer und Beamte in den Jahren 2008 und 2009 ersatzlos.
  • Anspruch auf einen Tag Arbeitsbefreiung pro Jahr entfällt für Arbeitnehmer und Beamte dauerhaft.

Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 2,7 Prozent. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich auf 12-Monats-Basis um 3,0 Prozent.


Postbank (Vertrieb)
Am 9. September 2008 haben sich die Postbank Filialvertrieb AG und die Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifabschluss für die rund 5.000 Tarifbeschäftigten geeinigt:
  • Laufzeit: 28 Monate (01.08.2008 bis 30.11.2010)
  • vier Leermonate
  • Anhebung der Tarifentgelte zum 1. Dezember 2008 um 4,0 %, zum 1. Dezember 2009 um weitere 3,0 %
  • Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen um weitere zweieinhalb Jahre bis Ende Juni 2011
  • Verkürzung der bezahlten Pausenzeiten um 1,25 auf 2,25 Minuten pro Stunde.
Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 2,8 %. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich auf 12-Monats-Basis um 3,0 %. Dabei ist der dämpfende Effekt durch die neue Pausenregelung nicht berücksichtigt.
Deutsche Lufthansa AG (Boden-/Kabinenpersonal)
Am 1. August 2008 haben sich die Lufthansa AG und die Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifvertrag für 34.000 am Boden beschäftigte Mitarbeiter geeinigt. Für die Mitarbeiter in der Kabine ist ebenso ein Abschluss im gleichen Volumen mit „kabinenspezifischer Ausgestaltung“ erzielt worden, der jedoch unter dem Vorbehalt einer Vereinbarung zwischen Lufthansa, Verdi und der Kabinen-Gewerkschaft UFO steht. Von diesem Regelungsteil sind 14.000 Mitarbeiter betroffen. Die Ergebnisse:
  • Laufzeit: 21 Monate (01.06.2008 bis 28.02.2010)
  • 1 Leermonat
  • Anhebung der Tarifentgelte ab Juli 2008 um 5,1 Prozent und ab Juli 2009 um weitere 2,3 Prozent
  • im August 2008 Einmalzahlung in Höhe von 1,5 % des Jahresgrundgehalts, die - je nach Geschäftsfeld - mit einer ergebnisabhängigen Komponente auf bis zu 2,4 % der Jahresgrundvergütung aufgestockt wird.
Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 4,64 Prozent, wenn als Einmalzahlung 1,5 % des Jahresgrundgehaltes angesetzt werden. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich auf 12-Monats-Basis um 4,2 Prozent.
Einzelhandel
Am 10. Juli 2008 haben sich die Tarifparteien im Einzelhandel auf einen Tarifabschluss für 2,7 Millionen Beschäftigte geeinigt. Damit ist die längste Tarifrunde im deutschen Einzelhandel nach 18 Monaten beendet. Die Ergebnisse:
  • Laufzeit: 24 Monate (rückwirkend ab 01.04.2007 bis 31.03.2009)
  • 12 Leermonate bei einer Einmalzahlung von 400 Euro
  • Anhebung der Tarifentgelte rückwirkend ab April 2008 um 3,0 Prozent
  • Zuschläge an Samstagen künftig erst für Arbeit ab 18.30 Uhr (bisher: 14.30 Uhr); als Ausgleich erhalten die Mitarbeiter im Verkauf für 2009 und 2010 jeweils 150 Euro wahlweise als Beitrag zur Altersvorsorge, Guthaben auf einem Langzeitkonto oder Warengutschein.
Die Belastung innerhalb der Laufzeit liegt - auf 12 Monate gerechnet - bei knapp 1,7 Prozent. Der langfristige Tarifsockel steigt auf - ebenfalls auf 12-Monats-Basis - um 1,5 Prozent.
Genossenschaftsbanken
Am 5. Juni 2008 hat der Arbeitgeberverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (AVR) mit den Gewerkschaften DBV und DHV einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Damit endete der knapp zweijährige tariflose Zustand bei den Genossenschaftsbanken. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi waren einen Tag zuvor gescheitert. Der Tarifvertrag gilt nach AVR-Angaben für alle rund 170.000 Beschäftigten im genossenschaftlichen Bankensektor. Die Tarifergebnisse im Einzelnen:
  • Laufzeit: 50 Monate (rückwirkend ab 01.06.2006 bis 31.07.2010)
  • 2 Leermonate
  • Anhebung der Tarifentgelte rückwirkend ab August 2006 um 2,3 Prozent, ab August 2007 um 2,0 Prozent, ab September 2008 um 3,0 Prozent und ab November 2009 um 2,0 Prozent
  • Abschluss eines Variabilisierungs-Tarifvertrages: Die Bank kann mit dem Betriebsrat oder einzelvertraglich ab 01.01.2009 eine variable Tarifvergütung vereinbaren. Das Variabilisierungsvolumen speist sich aus den aktuellen und künftigen Tariferhöhungen, und zwar bereits rückwirkend ab August 2006. Es knüpft an den Unternehmenserfolg (bis zu 8 %) oder an die individuelle Zielerreichung eines Mitarbeiters/Teams (im Betrieb bis zu 8 %, im Vertrieb je nach Tarifgruppe bis zu 14 %) an.
Die Belastung liegt innerhalb der Gesamtlaufzeit von 50 Monaten - umgerechnet auf 12 Monate - bei 2,1 Prozent. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich auf 12-Monats-Basis ebenfalls um 2,2 Prozent.
Papier- und Kunststoffverarbeitung
Am 8. Mai 2008 haben sich die Tarifparteien der Papier und Kunststoff verarbeitenden Industrie auf einen neuen Tarifabschluss für die rund 90.000 Beschäftigten geeinigt:
  • Laufzeit: 25 Monate (01.04.2008 bis 30.04.2010)
  • ein Leermonat
  • Anhebung der Tarifentgelte zum 1. Mai 2008 um 3,9 %, zum 1. Mai 2009 um weitere 2,9 %.

Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 3,3 %. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich auf 12-Monats-Basis ebenfalls um 3,3 %.

Gegenüber dem vorherigen Abschluss der Branche, der bei einer Laufzeit von 36 Monaten zunächst zwölf Leermonate und anschließend zwei moderate Erhöhungsstufen vorsah (Belastung auf 12-Monats-Basis: 0,9 %), bedeutet der aktuelle Tarifabschluss eine erhebliche Steigerung. Die Arbeitgeber haben das Ergebnis als schwer verkraftbar eingeordnet; ein niedrigerer Abschluss sei jedoch wegen der Entgeltsteigerungen in anderen Branchen nicht erreichbar gewesen.


Deutsche Post AG
Am 30. April 2008 haben sich die Deutsche Post AG und die Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifabschluss für die 130.000 Beschäftigten geeinigt:
  • Laufzeit: 26 Monate (01.05.2008 bis 30.06.2010)
  • 6 Leermonate bei zwei Einmalzahlungen von je 100 EUR im Juli und September 2008
  • Anhebung der Tarifentgelte ab dem 7. Monat (November 2008) um 4,0 % und ab dem 20. Monat (Dezember 2009) um weitere 3,0 %.
  • Tarif-Arbeitszeit weiterhin bei 38,5 Stunden, aber weniger bezahlte Pausen; dadurch höheres tarifliches Arbeitsvolumen von etwa 50 Minuten pro Woche.
  • Verlängerung des Beschäftigungspakts (keine betriebsbedingten Kündigungen) um weitere 39 Monate bis Ende Juni 2011.
Die Belastung einschließlich der Einmalzahlung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 2,6 %. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich - ebenfalls auf 12-Monats-Basis - um 3,2 %.
Im Gegenzug zur moderaten linearen Erhöhung hat die Deutsche Post einer langfristigen Kündigungsschutz-Vereinbarung zugestimmt, die um ein Jahr über den Gehaltstarifabschluss hinausreicht.
Chemische Industrie
Am 16. April 2008 haben sich die Tarifparteien der chemischen Industrie auf einen neuen Abschluss für die 550.000 Beschäftigten geeinigt:
  • Laufzeit: 25 Monate (je nach Bezirk 01.03./01.04./01.05.2008 bis 31.03./30.04./31.05.2010)
  • Anhebung der Tarifentgelte ab dem 1. Monat um 4,4 % und ab dem 14. Monat um weitere 3,3 %
  • zusätzlich in der ersten Stufe Einmalzahlung in Höhe von 0,5 % (kann aus wirtschaftlichen Gründen per Betriebsvereinbarung verschoben, gekürzt oder gestrichen werden)
  • neuartiger unbefristeter Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“: Elemente sind betriebliche Demografie-Analyse, Maßnahmen zur alters- und gesundheitsgerechten Gestaltung des Arbeitsprozesses, Maßnahmen zur Qualifizierung während des gesamten Erwerbslebens, Maßnahmen zum gleitenden Übergang zwischen Bildungs-, Erwerbs- und Ruhestandsphase. Dafür gewähren die Arbeitgeber ab 2010 pro Jahr und Tarifbeschäftigten einen Demografie-Beitrag von 300 Euro, der in einen betrieblichen Demografie-Fonds fließt. Die Betriebsparteien können entscheiden, welche Elemente (Langzeitkonten, Altersteilzeit, Teilrente, Berufsunfähigkeitsschutz oder tarifliche Altersvorsorge) damit finanziert werden.
  • Tarifvertrag Ausbildung: Verpflichtung der Chemie-Arbeitgeber, 2009 und 2010 insgesamt 18.200 Ausbildungsplätze neu anzubieten.
Die Belastung einschließlich der Einmalzahlung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 4,1 % (bei Wegfall der Pauschalzahlung: 3,9 %). Der langfristige Tarifsockel erhöht sich - ebenfalls auf 12-Monats-Basis - um 3,7 %. Die Gehaltserhöhung liegt nach Auskunft der Chemie-Arbeitgeber an der Belastungsgrenze und ist der guten Verfassung der Branche geschuldet. Positiv bewerten die Chemie-Arbeitgeber die betrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten, die der neue Demografie-Tarifvertrag bietet.
Öffentlicher Dienst
Am 31. März 2008 haben sich die Gewerkschaft Verdi und die öffentlichen Arbeitgeber (Bund/Kommunen) auf einen Tarifabschluss für 1,3 Millionen Beschäftigte geeinigt. Die Eckpunkte der Regelung lauten:
  • Laufzeit: 24 Monate (01.01.2008 bis 31.12.2009)
  • Anhebung der Tarifentgelte um 50 EUR sowie zusätzlich um 3,1 % zum 1. Januar 2008 (Tarifgebiet Ost: ab 1. April 2008)
  • Weitere Anhebung der Tabellenwerte um 2,8 % zum 1. Januar 2009
  • Einmalzahlung von 225 EUR im Januar 2009
  • Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 39 Wochenstunden im Tarifgebiet West
  • Anhebung der Ausbildungsvergütungen um EUR 70 ab dem 1. Januar 2008.

Die Belastung innerhalb der Laufzeit liegt - nach Westrick auf 12 Monate umgerechnet - bei 4,6 % (Effekt durch längere Arbeitszeit im Tarifgebiet West unberücksichtigt). Der langfristige Tarifsockel steigt - ebenfalls auf Zwölfmonatsbasis - um deutliche 4,0 %, liegt also am Ende der zweijährigen Laufzeit um insgesamt 8,0 % höher (davon entfallen auf die ersten 12 Monate 5,1 %). Dabei muss berücksichtigt werden, dass der gesteigerte Tabellenwert aus dem Jahr 2004 stammt. In den Jahren 2005, 2006 und 2007 sind lediglich Einmalzahlungen in Höhe von jährlich 300 EUR geflossen, die nicht tabellenwirksam waren und in etwa bei 1 % des durchschnittlichen Tabellenwertes lagen. Vor diesem Hintergrund hat die hohe Steigerung im öffentlichen Dienst für 2008 einen Nachholaspekt.


Textil- und Bekleidungsindustrie
Am 11. März 2008 haben sich die Tarifparteien auf einen neuen Abschluss für die 120.000 Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie geeinigt:
  • Laufzeit: 12 Monate (01.03.2008 bis 28.02.2009)
  • 1 Leermonat
  • im 2. und 3. Monat Pauschalzahlung für Tarifbeschäftigte in Höhe von insgesamt 200 Euro (kann in wirtschaftlich schwierigen Situationen reduziert werden oder ganz wegfallen)
  • Anhebung der Tarifentgelte ab dem 4. Monat (Juni 2008) um 3,6 %
  • Verlängerung der Regelung zur Altersteilzeit bis Ende 2009
  • Expertengespräche über gemeinsamen Entgeltrahmen-Tarifvertrag und zu Arbeitszeitfragen vereinbart.

Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit bei 3,4 % (bei Wegfall der Pauschalzahlung: 2,7 %). Der langfristige Tarifsockel erhöht sich um 3,6 %.
Für die Textilbranche ist dies ein vergleichsweise hoher Abschluss, da die Branche keine Sonderkonjunktur aufweist. Die Textil-Arbeitgeber sehen in dem Abschluss eine schwere Hypothek für die Arbeitsplätze.


Deutsche Bahn AG (Lokführer)
Am 9. März 2008 haben die Deutsche Bahn AG und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren über elfmonatigen Tarifkonflikt beendet und sich abschließend - gemeinsam mit der Tarifgemeinschaft der Gewerkschaften Transnet und GDBA - auf ein Tarifwerk für die Deutsche Bahn AG geeinigt. Danach gilt ein eigenständiger Lokführer-Tarifvertrag, der am 1. März 2008 in Kraft getreten ist. GDL, Transnet und GDBA verpflichten sich, die Tarifverträge der jeweils anderen Gewerkschaften anzuerkennen. Die Eckpunkte der Tarifvereinbarung für die Lokführer:
  • Laufzeit: 19 Monate (01.07.2007 bis 31.01.2009)
  • 8 Leermonate (Juli 2007 bis Februar 2008) bei Einmalzahlung von 800 EUR
  • Anhebung der Tarifentgelte um 8,0 % zum 1. März 2008 und um weitere 3,0 % ab 1. September 2008
  • Reduzierung der Arbeitszeit ab Februar 2009 von 41 auf 40 Wochenstunden.
Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 5,2 %. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich auf Zwölfmonatsbasis um 6,9 %.
Stahlindustrie
Am 20. Februar 2008 haben sich die Tarifparteien der nordwestdeutschen Stahlindustrie (im Wesentlichen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen) auf einen neuen Abschluss für die rund 85.000 Beschäftigten geeinigt:
  • Laufzeit: 14 Monate (01.02.2008 bis 31.03.2009)
  • 1 Leermonat bei Pauschalzahlung von 200 EUR
  • Anhebung der Tarifentgelte ab dem 2. Monat um 5,2 %.
Die Belastung liegt innerhalb der Laufzeit - umgerechnet auf 12 Monate - bei 4,6 %. Der langfristige Tarifsockel erhöht sich - ebenfalls auf 12 Monate gerechnet - um 4,5 %. Der hohe Abschluss erklärt sich durch die nach wie vor sehr gute Auftragslage in der Stahlbranche. Vor diesem Hintergrund hätte ein Streik nach Aussage des Arbeitgeberverbands Stahl gravierende Auswirkungen gehabt, weshalb ein moderateres Ergebnis nicht durchsetzbar gewesen sei. Als Erfolg werten die Stahl-Arbeitgeber, dass keine zusätzlichen Urlaubstage für ältere Beschäftigte vereinbart wurden, wie dies die Gewerkschaft gefordert hatte.