Weiterbildung im Kreditgewerbe

Weiterbildungs-Kennziffern
Weiterbildung als Bestandteil betrieblicher Personalpolitik
EU-Sozialpartner-Erklärung

Weiterbildungs-Kennziffern
In der betrieblichen Weiterbildung belegt das Kreditgewerbe bundesweit einen Spitzenplatz: Ausnahmslos alle Banken bieten ihren Beschäftigten die Möglichkeit, sich beruflich fortzubilden, während dies in der gesamten deutschen Wirtschaft nur knapp 70 Prozent der Unternehmen tun. Zugleich meldet die Kreditwirtschaft die höchste Teilnahmequote unter allen Branchen: Fast 60 Prozent der Beschäftigten nehmen an Seminaren teil, über 20 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt. Zu diesen Ergebnissen kommt das Statistische Bundesamt im Rahmen der dritten europäischen Weiterbildungs-Erhebung (Continuing Vocational Training Survey/CVTS3).

Auch bei den Weiterbildungs-Aufwendungen liegt das Kreditgewerbe weit über dem Durchschnitt: Im Jahr 2005 waren es pro Beschäftigtem in der Branche 1.259 Euro, fast doppelt so viel wie im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Für die einzelnen Maßnahmen wendeten die Kreditinstitute 2.115 Euro pro Teilnehmer auf und damit ein Viertel mehr als der Durchschnitt aller Unternehmen. Damit liegt das Kreditgewerbe nur hinter den Versicherungen, bei denen Sondereffekte durch umfangreiche Weiterbildungen für den mobilen Vertrieb berücksichtigt werden müssen.

Um die Qualität der Weiterbildung und die Lehrinhalte auf hohem Niveau zu halten, unternehmen die Banken große Anstrengungen (Studiengänge, Professuren, Weiterbildungseinrichtungen, Unterstützung schulischer Bildung etc.).
Detailinformationen zur Weiterbildung im Kreditgewerbe liefern Ihnen aktuelle Grafiken.



Weiterbildung als Bestandteil betrieblicher Personalpolitik
Weiterbildung ist im Bankgewerbe ein Kernbestandteil der betrieblichen Personalpolitik, die sich stets aus dem konkreten Bedarf des Unternehmens ableitet. Dabei räumt das Betriebsverfassungsgesetz umfassende Mitbestimmungsrechte in Fragen der betrieblichen Weiterbildung ein, sodass für ergänzende tarifliche Regelungen keine Notwendigkeit besteht.

Aus Arbeitgebersicht muss Weiterbildung deshalb ein rein betriebliches Thema bleiben. Denn die Entscheidung über Inhalt und Umfang betrieblicher Qualifizierungsmaßnahmen kann sinnvoll nur auf der betrieblichen Ebene getroffen werden. Alles andere wäre eine Überfrachtung der Tarifverträge.



EU-Sozialpartner-Erklärung
Die Europäischen Sozialpartner im Bankgewerbe haben Ende 2002 eine gemeinsame Erklärung „Lebenslanges Lernen im Banksektor“  herausgegeben. Diese Erklärung basiert auf dem „Aktionsrahmen für die lebenslange Entwicklung von Kompetenzen und Qualifikationen“, der zwischen den europäischen Spitzenorganisationen der Sozialpartner (EGB auf Arbeitnehmerseite, UNICE/CEEP auf Arbeitgeberseite) vereinbart worden ist. Der AGV Banken bewertet die Erklärung wie folgt:

  • Die Aussagen der gemeinsamen Erklärung begründen keine neuen Rechte und Pflichten der Arbeitsvertragsparteien (etwa einen individuellen Anspruch auf Weiterbildung).
  • Das Papier fordert umfangreiche Aus- und Weiterbildung, die im privaten Bankgewerbe bereits umgesetzt ist.
  • Aus der Gemeinsamen Erklärung der europäischen Sozialpartner ergibt sich kein tarifpolitischer Handlungsbedarf auf nationaler Ebene.