Pressemitteilungen

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2026
Berlin
Beschäftigtenzahl im Kreditgewerbe durch Sondereffekte erneut leicht gestiegen

Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe ist im Jahr 2025 erneut leicht gestiegen. Sie lag zum Jahresende bei 548.700, das entspricht einem Zuwachs von knapp 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (543.350). Damit setzt sich der durch Sondereffekte begründete moderate Aufwärtstrend des Vorjahres fort. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitgeberverband der privaten Banken in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung.

Das leichte Plus erklärt sich wie im vergangenen Jahr vor allem dadurch, dass in einzelnen Bankengruppen in den kommenden Jahren absehbar besonders viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen und die betroffenen Institute vorausschauend zusätzliche Mitarbeitende eingestellt haben, um einem drohenden Fachkräftemangel in den Folgejahren zuvorzukommen. Hinzu kommen gezielte Neueinstellungen in Wachstumsbereichen, etwa im Private Banking und Wealth Management, sowie für Compliance und Regulierung.

Bei den privaten Banken und Bausparkassen ist die Beschäftigtenzahl im vergangenen Jahr aufgrund anhaltender Restrukturierungen um 1,5 Prozent gesunken. Zum Jahresende2025 waren hier rund 152.250 Personen beschäftigt (Vorjahr: 154.600). Trotz des Rückgangs haben die privaten Banken auch im KI-Zeitalter weiterhin Bedarf an hoch qualifizierten Beschäftigten, insbesondere für komplexere Beratungen. Hierverfolgen einige Institute gezielte Wachstumsstrategien. „Die privaten Bankenbieten Mitarbeitenden mit hoher Expertise auch in einem unsicheren Marktumfeld weiterhin sehr gute Perspektiven“, sagt Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des AGV Banken.

Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Beschäftigtenzahl bei den privaten Banken auch in den kommenden Jahren insgesamt rückläufig sein wird: Absehbar werden durch digitale Automatisierung und perspektivisch auch durch KI standardisierte Tätigkeiten ersetzt, insbesondere in bestimmten Zentralbereichen und Marktfolge-Einheiten. Hinzu kommt Personalabbau durch die fortschreitende Konsolidierung. Dr. Thomas A. Lange: „Die aktuelle Dynamik im europäischen Bankenmarkt zeigt, unter welchem Wettbewerbsdruck unsere Branche steht. In diesem Umfeld müssen wir die Kosten im Griff behalten, um auch in der Breite so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.“

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe ist erneut leicht angestiegen und liegt bei deutlich über einem Drittel: 2025 waren 37,3 Prozent aller außertariflich Angestellten weiblich (Vorjahr: 37,1). Die Teilzeitquote über alle Beschäftigten hinweg liegt konstant bei einem Viertel: 2025 arbeiteten 25,0 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit (Vorjahr: 25,1 Prozent). In der Gesamtwirtschaft lag der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit bei 29,5 Prozent.

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2026
Berlin
Banken-Arbeitgeber: Konzentration auf Gehaltsfrage, Abschluss mit Augenmaß erforderlich

Im ersten Termin der Tarifrunde der privaten Banken 2026 haben die Arbeitgeber dafür geworben, sich im derzeit äußerst schwierigen ökonomischen und finanzwirtschaftlichen Umfeld auf die Gehaltsfrage zu konzentrieren. Die Verhandlungen sollten nicht mit einer Vielzahl komplexer Themen überfrachtet werden.

Mit Blick auf die umfangreichen Forderungspakete der Gewerkschaften Verdi und DBV erklärte Dr. Thomas A. Lange, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber: „In unsicheren Zeiten brauchen wir im Rahmen unserer Sozialpartnerschaft mit den Gewerkschaften eine pragmatische Tarifpolitik, die Sicherheit schafft. Für alle Beteiligten.“ Das tarifpolitische Rahmenwerk zur Bewältigung tiefgreifender Transformationsphasen habe sich bewährt, weitergehende Regelungen müssten den Unternehmen überlassen bleiben. „Forderungen dürfen den Realitätsbezug nicht verlieren und zu keiner Überforderung führen“, so Lange.

Die Gehaltsvorstellungen der Gewerkschaften Verdi (6,0 Prozent für 12 Monate) und DBV (9,5 Prozent für 24 Monate) haben die Banken-Arbeitgeber als deutlich zu hoch zurückgewiesen. Die zuletzt guten Ergebnisse der privaten Banken dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Kreditwirtschaft erheblichen Risiken gegenübersehe. Die deutsche Wirtschaft und mit ihr die Banken stünden aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Risiken massiv unter Druck. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen habe den höchsten Stand seit über zehn Jahren erreicht und belaste das Kreditgeschäft der Banken substanziell, wie die seit Ende Juni deutlich erhöhte Risikovorsorge unter Beweis stelle. Hinzu kämen stark erhöhte IT-Risiken. Diese erforderten erhebliche Investitionen, die einen Gutteil der jetzt erwirtschafteten Gewinne aufzehrten. Parallel stünden Teile der privaten Banken angesichts fortschreitender Konsolidierung und digitaler Automatisierung vor weiteren personellen Anpassungen. In diesen Zeiten hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit sei Kostendisziplin das oberste Gebot.

Dr. Thomas A. Lange: „Wir sind selbstverständlich zu einem fairen Ausgleich zwischen den Interessen unserer Beschäftigten und unseren Unternehmen bereit. Aber wir dürfen in der Gehaltsfrage, auch mit Blick auf die Sicherung von Arbeitsplätzen, nicht überziehen. Wir müssen Maß und Mitte halten.“

Das gelte auch für die weitreichenden Forderungen der Gewerkschaften zum Thema Transformation, die von Beschäftigungssicherung über Qualifizierung bis zu Entlastungstagen bei KI-Einsatz reichten. Die Arbeitgeber machten deutlich, dass sie grundsätzlich nicht bereit seien, auf der Verbandsebene verschärfte Kündigungsschutzregelungen zu verhandeln. Darüber hinaus erfolge die passgenaue Qualifizierung – sowohl zur Fortbildung der Mitarbeitenden als auch vor dem Hintergrund aufsichtsrechtlicher Anforderungen – laufend in den Unternehmen. Dabei werde der Einsatz von KI von den Beschäftigten durchweg als unterstützend und damit arbeitsentlastend empfunden.

Dr. Thomas A. Lange: „Als verantwortungsvolle Arbeitgeber sind wir immer zum Dialog über Veränderungen bereit. Unsere Tür steht offen. Aber für Transformationsprozesse brauchen unsere Unternehmen keine tarifliche Nachhilfe.“

Mit Unverständnis haben die Arbeitgeber auf Forderungen nach einem einseitigen Anspruch auf Gehaltsumwandlung in bis zu 20 freie Tage pro Jahr reagiert. Das entspreche einer Arbeitszeitverkürzung von fast 10 Prozent und führe jede seriöse Personalplanung ad absurdum. Die Folge wären Kapazitätsprobleme in vielen Bereichen, die entweder Zusatzbelastungen für die übrigen Beschäftigten im Team oder erhöhte Personalkosten für die Arbeitgeber zur Folge hätten. Beides könne nicht gewollt sein.

Die Verhandlungen werden am 2. November 2026 in Frankfurt/Main fortgesetzt.

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2026
Berlin
AGV Banken stellt Leitungsteam neu auf

Der Arbeitgeberverband der privaten Banken (AGV Banken) stellt sein Leitungsteam neu auf. Der AGV-Vorstand hat Dr. Eva Semler, bislang Leiterin Rechtspraxis und Rechtsberatung des AGV Banken, zum 1. Juli 2026 zur Geschäftsführerin berufen. Sie komplettiert dann die dreiköpfige Geschäftsführung mit Carsten Rogge-Strang (Hauptgeschäftsführer) und Ulf Grimmke (Geschäftsführer). Dr. Jens Thau, Stv. Hauptgeschäftsführer des Verbands, wird zur Jahresmitte in den Ruhestand gehen.

„Ich freue mich, dass wir die Position in der Geschäftsführung aus den eigenen Reihen besetzen können. Dr. Eva Semler ist eine hervorragende Wahl, sie vereint hohe fachliche Expertise und langjährige Erfahrung im Verbandsgeschäft. Damit schaffen wir Kontinuität und geben Raum für neue Impulse“, sagt Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des AGV Banken. Dr. Eva Semler hat Rechtswissenschaften in Bonn studiert und ist mit kurzer Unterbrechung seit 2006 für den AGV Banken tätig, zunächst als Referentin und seit 2018 als Leiterin Rechtspraxis und Rechtsberatung. In der Geschäftsführung wird sie für Arbeits- und Sozialrecht und den europäischen sozialen Dialog zuständig sein, sich aber auch der Tarifpolitik sowie Fragen von Arbeitsschutz und gesundheitsgerechter Arbeitsgestaltung widmen.

Dr. Jens Thau verlässt den Verband im Sommer nach über 27-jähriger Tätigkeit. Er war 1999 als Justiziar in den AGV Banken eingetreten. Seit 2007 war er Geschäftsführer Recht und ist seit 2022 Stv. Hauptgeschäftsführer. 2013 übernahm er zudem den Vorsitz im Banking Committee for European Social Affairs (BCESA) der European Banking Federation (EBF). „Dr. Jens Thau hinterlässt große Fußstapfen. Insbesondere im europäischen sozialen Dialog der Banken hat er sich mit großem Know-how und Verhandlungsgeschick für die Interessen der privaten Banken eingesetzt und enorme Verdienste erworben. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und wünschen ihm für den neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute“, so Dr. Thomas A. Lange.

Zeitgleich mit der Neubesetzung in der Geschäftsführung wird auch Dr. Alexander Böhne, bislang Leiter Sozialpolitik und Volkswirtschaft im AGV Banken, eine veränderte Funktion als Leiter Arbeits- und Sozialpolitik Deutschland übernehmen. Damit unterstreicht der Verband die steigende Bedeutung politischer Netzwerkarbeit und verstärkt sein Engagement in diesem Bereich.

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